Skilager Klingenthal 2012
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Skilager Klingenthal 2012
Geschrieben von: Axel   
Montag, den 06. Februar 2012 um 18:14 Uhr

Da die 76 Betten im Waldhof Finsterbergen nicht ausreichten und niemand (freiwillig) in der Turnhalle übernachten wollte, mussten wir uns nach einem neuen Domizil für unser Skilager umsehen. Eva wurde fündig und hat mit der Jugendherberge in Klingenthal einen angemessenen Ersatz ausfindig gemacht. Allerdings wird es auch hier nur eine Frage der Zeit sein, bis wir die 131 Betten füllen.

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Leider wurde die Vorfreude auf das Wochenende noch durch eine E-Mail getrübt, in der von Schneeketten die Rede war, die man zum Erfahren des Aschberges benötigt. Schnee gab es ja dieses Jahr eigentlich gar nicht und Ketten kennen wir ja auch nur von Heidi Klum. Dann gab es noch eine zweite Mail, dass man wohl ganz gut auch ohne Ketten fahren kann. Jedenfalls konnten es ein paar Familien mit der Begrüßung nicht bis zur Jugendherberge abwarten und so trafen sich 6-7 Autos bereits in Kolonne auf der Hälfte der Auffahrt. Der Neuwagen wurde vorgestellt, man dufte diesen sogar berühren, sogar mal drücken, und dann ganz dolle drücken. Irgendwann waren alle Autos oben. Später kamen die Beifahrer.

Routiniert beziehen die Kinder ihre Zimmer und die Betten, während die Eltern mit den Trainern an den Trainingsstätten und – strecken feilen. Das Thermometer zeigt inzwischen – 24,3 °C an. Viel kälter wird es aber nicht! Der Hahn (??? – ich hatte beim Weckruf meine Brille nicht auf) kräht gegen 7.30 Uhr, es gibt Frühstück und gegen 9.30 Uhr stehen wir startbereit in der Eingangshalle und warten, dass von draußen jemand rein kommt. Sicher ist sicher! Denn niemand kann sich vorstellen, dass man bei dieser Kälte draußen überleben kann. Wir schicken ein paar Brandenburger Kanuten vor. Und siehe da, die kommen wieder rein und fragen, ob wir unsere Autos wegfahren können. Das machen wir und später helfen wir sogar noch beim Schieben, da ihre Autos nicht anspringen. Nach der Erwärmung geht es aber tatsächlich in die Spur. Die Kinder fahren Richtung Tschechien und versuchen auf einer Wiese die Einheit zwischen Mensch und Material zu  vollenden. Die Sonne scheint und die Temperatur steigt auf kuschlige -14 bis - 13 °C. Die meisten Eltern fahren in die andere Richtung und erreichen ohne viel Leiden Mühlleiten.  Zwischen den Bäumen glitzert der Diamantenstaub und es ist fast wie Urlaub!

Zum Mittag gibt es Nudeln. Die vielen Kohlenhydrate werden wir benötigen, denn ein Großteil der Gruppe macht sich auf in Richtung Osten zum Kältepol. Der Rest will, angespornt von den Berichten des Vormittags nach Mühlleiten. Bald ziehen sich zwei blaue Bänder über die hervorragend gespurte Kammloipe. Wir wollen so weit wie möglich bis nach Carlsfeld vorstoßen. Trotz des unterschiedlichen Tempos bleiben wir zusammen, da die Leistungsläufer öfter auf die Genussläufer warten. Unterwegs treffen wir noch andere Leipziger, die von unserer Truppe sogar schon mal etwas gehört haben. Zufällig mitgeführte Mitgliedsanträge blieben aber unausgefüllt, da es sich bei den Sportlern um die Schwimmstaffel von MoGoNo handelte.

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Nach ca. 5,5 km fuhr die erste Gruppe zurück, nach 7,5 km die zweite Gruppe. Der Rest der Kinder (mit Cheftrainer und Scout) schaffte es tatsächlich nicht nur bis zum Abzweig nach Carlsfeld sondern auch noch die Runde um den Stausee. Toll, wie das alle durchgehalten haben.

Auf dem Rückweg wurden wir noch von der „Fortgeschrittenengruppe Erwachsene“ aufgesammelt, die es sogar bis Weiterglashütte geschafft haben. Nachdem sie sich dann aber ausreichend in unserem Windschatten erholt hatten, ließen sie uns einfach an einem der vielen Schlussanstiege stehen.

Am Ende erreichten auch wir mit einbrechender Dunkelheit nach 21.600 Längen- und 900 Höhenmetern die Jugendherberge. Allerdings war da nicht mehr viel Kraft für die Schlacht am kalten Büfett übrig. Später wurden die Energiedefizite mit Produkten regionaler Anbieter ausgeglichen.

Lässt sich der Energieverbrauch durch Bewegung noch errechnen, konnte in der Bemessung des Energieverbrauches durch den Wärmeverlust des Körpers an die Umwelt kein eindeutiges Ergebnis erzielt werden. Mit solchen und wissenschaftlicheren Diskussionen näherten wir uns dem Morgengrauen des 32. (sieht aber jünger aus!) Geburtstag des Cheftrainers. Dieser nahm dann neben zahlreichen Glückwünschen und Geburtstagskuchen auch sichtlich gerührt einen eigens von den Mädchen komponierten und vorgetragenen Geburtstagssong entgegen. Was Brian dann aber keineswegs davon abhielt, die Kinder abermals hinaus in die Kälte zu schicken.

Aber erst einmal wieder auf den Skiern stehend und die Sonne betrachtend, waren die immer noch zweistelligen Minusgrade vergessen. Geeint im Geiste und im Ziel, aber mit Unterschieden im Schwerpunkt der Zieleinlaufgestaltung machten sich mehrere Gruppen zum letzten Mal auf nach Mühlleiten.

Die Kinder wollten jeden Meter genießen. Anders kann ich mir die Frage „Wie weit ist es noch?“ nicht erklären. Erhielt ich in grauer Vorzeit von meinen sozialen Bezugspersonen noch zur Antwort „Die Sonne wird noch drei Mal auf- und untergehen.“, erfüllen wir auch hier unseren Bildungsauftrag mit lustigen Rechenaufgaben: „300 m gerade, dann 200 m hoch, dann 150 m Abfahrt, dann 2.000 m gerade…!“  – Ja, wir hatten viel Spaß! Nächstes Jahr haben die Kinder dafür bestimmt ein App.

Pünktlich zum Mittagessen fanden wir uns alle wieder in der Jugendherberge ein. Betten abziehen, Sachen packen, Tränen trocknen und ab ging es zur Rückfahrt.

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Trotz ansprechender Startphase hatte meine Fahrgemeinschaft dann leider noch etwas Disko. Das lag nicht an der stimmungsvollen Musik, die aus den Lautsprechern klang, sondern an den vielen Leuchten am Armaturenbrett, die alle unterschiedlich blinkten. Stutzig machten mich auch die Blicke der Skiläufer, die uns bei den Anstiegen überholten. Irgendetwas stimmte nicht! Bis Auerbach schaffte ich es noch. Durch Zufall kam Familie Löbner vorbei. Diese wiederum starteten eine Rückholaktion für das Team Mutz/Reimann. Da der inzwischen erreichte ADAC mir zusicherte, noch am selben Tag zu kommen, verteilten wir meine Mitfahrer auf die anderen Autos. In einem letzten verzweifelten Versuch opferte Conni L. ihren letzten Telefonbalken und erreichte Telefonjoker Dani.  Der war sofort klar, dass der Diesel eingefroren ist und ich neuen draufschütten muss. So war es dann auch und wir haben es bis Leipzig geschafft. Vielen, vielen Dank für diese Aktion!

Vielen Dank natürlich auch an die Organisatoren und die Trainer, die das Wochenende wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis haben werden lassen.

Unser nächstes Skilager findet nächstes Jahr statt. Wann war der Schneekettenworkshop? 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 26. März 2012 um 18:37 Uhr
 

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